Im “1908-Magazin” konnten Sie bereits einen ersten Einblick in das große Interview mit Präsident Lars Althoff bekommen. Hier lesen Sie das komplette Gespräch mit dem neuen Vorsitzenden des FCR:

1908-Magazin: Herr Althoff, wie fühlen sich die ersten Tage als FCR Vorsitzender an?

Lars Althoff: Zunächst einmal möchte ich mich bei den Mitgliedern, die mich zum Vorsitzenden gewählt haben, für ihr Vertrauen bedanken. Mir ist bewusst, dass es sich hierbei nicht um „irgendeinen“ Verein handelt, sondern um den größten und wichtigsten Sportverein in Remscheid. Natürlich war und ist mir auch bewusst, dass die Übernahme des Amtes mit einer Menge Arbeit verbunden ist. In den ersten Tagen war ich oft für den FCR unterwegs und daher selten vor 22:00 Uhr zu Hause; meine Familie hat mich nicht wirklich oft gesehen in der letzten Zeit (lacht). Dennoch ist es eine Aufgabe, die mir sehr viel Freude bereitet, da ich gerne Dinge entwickle und versuche, das Bestmögliche aus einer schwierigen Aufgabe herauszuholen.

1908-Magazin: Wie ist Ihr erster Eindruck vom FC Remscheid?

Lars Althoff: Der FCR ist nach wie vor der größte und spannendste Verein in Remscheid und auch darüber hinaus. Egal, mit wem ich in den vergangenen Wochen gesprochen habe: es besteht ein sehr großes Interesse an unserem Verein! Darauf können wir alle im Verein stolz sein und das gilt es zu bewahren. Bereits aus meiner Zeit als 2. Vorsitzender waren mir die Strukturen im Verein und die handelnden Personen gut bekannt. Einige Dinge konnte ich gemeinsam mit dem damaligen Vorstand bereits im Laufe des zurückliegenden Jahres auf den Weg bringen, u.a. die Veränderung auf der Trainerposition oder etwa die Gründung und Besetzung des Beirats. Da meine beiden Söhne in der Jugend des FCR Fußball spielen, waren mir auch dort die Strukturen, aber auch die Probleme bekannt. Hier konnten ebenfalls bereits erste Maßnahmen ergriffen werden, um eine nachhaltige, hoffentlich erfolgreiche Neuausrichtung mit den richtigen Personen zu schaffen. Ich denke, dass der Verein heute erheblich besser aufgestellt ist als noch vor einem Jahr, trotz der derzeitigen sportlichen Situation der ersten Mannschaft. Nichtsdestotrotz gibt es noch eine Menge zu tun, damit unser FCR auf allen Ebenen in Zukunft wieder erfolgreichen Fußball spielt.

1908-Magazin: Seit einigen Tagen ist bekannt, dass Marcel Heinemann ab Sommer den Trainerposten übernimmt. Wie kam es zu dieser Entscheidung?

Lars Althoff: Der erste Kontakt mit Marcel Heinemann entstand bereits vor etwa einem Jahr. Damals hatten wir

Marcel Heinemann

aber mit Acar Sar die aus unserer Sicht ideale Lösung auf der Trainerposition gefunden. Nachdem nunmehr Acar mit sofortiger Wirkung in den Vorstand gewählt worden war, haben wir uns um die Besetzung des Cheftrainerpostens erneut intensiv Gedanken gemacht. Marcel Heinemann hat die Verantwortlichen im Verein von Beginn an überzeugt. Er ist klar strukturiert, hat einen enormen Fußballsachverstand und vertritt eine klare Spielidee. Wir sind davon überzeugt, dass er die Mannschaft als Kollektiv und jeden einzelnen Spieler verbessern wird. Darüber hinaus verfügt Marcel über ein hervorragendes Netzwerk, von dem der Verein in Zukunft ebenfalls nur profitieren kann.

1908-Magazin: Herr Althoff, die erste Mannschaft steht aktuell auf Tabellenplatz 19. Wie kommt der Verein aus dieser aktuellen sportlichen Talfahrt wieder heraus?

Lars Althoff: Natürlich ist die derzeitige Situation für uns alle sehr unbefriedigend. Die Mannschaft hat im vergangenen Sommer durch die Abgänge von Stanojevic, Elsner und Al-Khalil erheblich an Qualität eingebüßt, die, so muss man es heute sagen, nicht adäquat ersetzt worden ist. Dazu kam die schwere Verletzung von Emre Cicir, Rotsperren und Verletzungen. Kurz gesagt- für den Trainer und das Team war es äußerst schwierig, diesen Verlust an Stammkräften zu kompensieren. Dennoch ist uns ein relativ guter Saisonstart gelungen, was zeigt, dass wir in der Liga mithalten können. Unsere Aufgabe besteht nun darin, die Mannschaft im Winter punktuell zu verstärken, um die Klasse zu halten. Gleichzeitig werden wir mit Hochdruck gemeinsam mit dem neuen Trainer auch die kommende Saison planen. Klar wäre es für die Planungen einfacher, wenn wir einen gesicherten Tabellenplatz belegten. Aber wir sind ebenso wie Marcel Heinemann davon überzeugt, dass wir unseren gemeinsamen Weg weitergehen werden- am liebsten natürlich in der Landesliga.

1908-Magazin: Was sind Ihre mittelfristigen Ziele mit dem FC Remscheid?

Lars Althoff: Das Problem ist: wenn man Tabellenletzter ist, erscheint jede Äußerung zu mittelfristigen Zielen eher unglücklich. Man wird schnell als Träumer oder Spinner bezeichnet. Meine Vorstandskollegen Acar Sar und Ralf Niemeyer sind jedoch ebenso wie ich davon überzeugt, dass der FCR mittelfristig den Sprung in die Oberliga packen kann. Die „Zweite“ sehen wir mittelfristig in der Bezirksliga. Auf diese Weise hätten wir für die eigenen Jugendspieler eine sportlich attraktive Perspektive. Auch gute Fußballer aus anderen Vereinen der Region müssen dann nicht mehr zu weiter entfernt liegenden Vereinen wechseln, um Bezirks-, Landes- oder Oberliga zu spielen.
Auch strukturell ist es unsere Aufgabe, den Verein weiter zu konsolidieren. Derzeit arbeiten wir mit aller Kraft daran, die Gemeinnützigkeit möglichst bald wiederherzustellen. Ein besonderer Dank gebührt an dieser Stelle unserem Schatzmeister, Ralf Trögel. Der seit einem Jahr bestehende Beirat bringt sich ebenfalls gut ein. Der Beiratsvorsitzende, Heiner Tilly, unterstützt den Vorstand hier nach besten Kräften.

1908-Magazin: Auch die Jugendabteilung steht vor großen Herausforderungen. Wie sehen Sie die aktuelle Situation in der Jugendabteilung?

Lars Althoff: Leider ist in den vergangenen Jahren im Jugendbereich nicht alles optimal gelaufen. Es kann aus meiner Sicht nicht sein, dass ein Traditionsverein wie der FCR in dieser Saison keine A-Jugendmannschaft stellt. Hier ist das Ziel ganz klar, im Leistungsbereich bei den U15-, U17- und U19-Junioren wieder schlagkräftige Mannschaften aufzubauen, die sich voll und ganz mit dem FCR identifizieren. Wir stellen fest, dass in den jüngeren Teams regelmäßig bereits eine hohe Identifikation mit dem Verein vorhanden ist. Es wird unsere Aufgabe sein, den Jungs die Gewissheit zu geben, dass sie beim FCR bestens aufgehoben sind. Hierzu sind qualifizierte Trainer im Jugendbereich vonnöten. Mit Stephan Kerkien haben wir einen engagierten ehemaligen Spieler in leitender Funktion, der sich mit seinem Team um diese Aufgaben kümmert. Stephan und ich haben gemeinsam in der FCR-Jugend gespielt und kennen uns bereits seit vielen Jahren, unsere Söhne spielen gemeinsam in der D2. Deshalb sind die Kommunikationswege kurz, so dass die Sorgen und Anliegen der Jugend immer direkt auch an den Vorstand gelangen